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Die Vereinsgeschichte
Auf
der Generalversammlung des Schützenvereins 1924 Rindern e.V., unter
seinem Vorsitzenden Johann v.d. Velden, beschloss man im Jahre 1951,
einen Musikzug zu gründen. Man einigte sich für die Anschaffung der
ersten Instrumente eine Sammlung im Schützenverein durchzuführen. Durch
großzügige Spenden von den ortsansässigen Bauern Willi Siebers und Alois
Arntz kam die stolze Summe von DM 570,00 zusammen. Hierfür wurden die
ersten Instrumente gekauft.
Mitglieder der ersten Stunde waren: Karl Verfürth, Heinrich van Rossum,
Theo Bienemann, Alfred Ketelaer, Willi Awater, Alois Otten, Bernd
Kuipers, Kurt Flintrop, Helmut Zanichelli und Franz Janssen. Für diese
Aktiven wurden beim Musikhaus Hums in Goch die ersten Instrumente
gekauft. Als Transportmittel diente damals ein Dreirad, Marke Tempo,
Eigentümer Franz Janssen (genannt Eisvogel).
Eine
weitere Haussammlung in Rindern erbrachte nochmals DM 500,00. Hiermit
wurde die erste Tuba, ein gebrauchtes Instrument, finanziert. Sie hängt
heute zur Dekoration im Proberaum der Begegnungsstätte.
Man
begann mit der Probenarbeit unter der Leitung von Hauptlehrer Wilhelm
Janssen in der kleinen Küche der Gaststätte „Zur Post“ (Th. van Gemmeren).
Auf eigenartige Weise verschwanden dann schon mal Eier und andere
Lebensmittel aus der Küche und es wurden viele Dortmunder Pils bei der
Probe getrunken. Es gelang dem Hauptlehrer Janssen, trotz vieler
widriger Umstände, bis zum Fronleichnamstag 1952 die Prozessionslieder
und einem Marsch einzustudieren. Da Hauptlehrer Janssen auch noch
musikalischer Leiter des Kirchenchores war, dirigierte Karl Verfürth den
ersten offiziellen Auftritt des neu gegründeten Musikzugs.
Auf
der Generalversammlung des Schützenvereins im Jahre 1952 verzichtete man
auf eine Runde Freibier zu Gunsten des Musikzuges, was für viele
Schützen damals ein großes Opfer war.
Die
Probenarbeit wurde intensiver und es gesellten sich noch einige
Neuanfänger hinzu wie Alfred Timmermann, Vincenz Kluitmann, Willi Hebben
um nur einige Namen zu nennen. Somit wurde die Küche, wo so mancher
Streich gespielt werden konnte für den auf 16 Musiker gewachsenen
Musikzug zu klein und man wechselte die Räumlichkeit. Der Saal der
Gaststätte wurde Proberaum und die jungen Musiker bekamen einen neuen
Dirigenten namens Heinrich Rütte aus Kranenburg.
Unter
der neuen Leitung gestaltete und begleitete der Musikzug die
Schützenfeste verschiedener Klever Vereine (Tellschützen, Klever e.V.
usw.). Eine lange Tradition begann im Jahr 1953, beim ersten Auftritt
anlässlich der Kellener Kirmes. Somit jährt sich die Tradition in diesem
Jahr zum 49. Mal.
Das
musikalische Repertoire wurde immer breiter und besser. Martinszüge in
Kleve, Warbeyen, Materborn, Prozessionen nach Kevelaer, Goldhochzeiten
usw. waren im Laufe der Jahre musikalische Auftritte. Die Kleidung
(Uniform) bestand aus schwarzer Hose, weißem Hemd, schwarzer Fliege und
einer dunklen Schiffermütze mit grün-weißer Kordel.
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Unter
neuer Leitung im Jahr 1955 ging es mit Jakob Wandelt (Kirchenchorleiter,
Organist und Küster in Rindern) weiter. Zum ersten Mal im Jahr 1956 nahm
der Musikzug am Rosenmontagszug in Kleve teil. Die Musik dabei war nicht
so wichtig. Um Allem vorzugreifen hatte man den Anhänger, auf dem man
spielte mit einem Schild geschmückt mit der Aufschrift: „Wej komme üt
Rindere en sin en bettje apport, wej spöle ni moj, mar hort“. Spaß und
Geselligkeit standen dabei an erster Stelle. Dabei passierte allerdings
noch ein Missgeschick. Ein Musikkollege ließ sein Instrument vom Wagen
fallen und es wurde vom Anhängerrad überrollt. Es war nur noch ein Stück
platt gewalztes Messing.
Richard Bethke wurde 1958 Dirigent, der gleichzeitig die Klever
Feuerwehrkapelle dirigierte und 1959 kam für ein Jahr wieder ein anderer
Dirigent mit Namen Karl Ruzinski.
Johann
Rogmann, ein ehemaliger Militärmusiker, übernahm die Stabführung im Jahr
1960. Mit diesem Dirigenten veränderte sich Vieles. Eine wesentliche
intensivere Nachwuchsausbildung begann, eine neue Uniform wurde
angeschafft. Joh. Rogmann war für viele im Verein wie ein gutmütiger
Vater, aber leider hatte er gegenüber den Musikern einen Fehler. Er
konnte nie böse sein und konnte nicht nein sagen.
Bis zu
dieser zeit waren die Mitgründer Heinrich v. Rossum und Theo Bienemann
im Wechsel Vorsitzende gewesen.
Für
die jungen Nachwuchsmusiker war die erste Anlaufadresse die
Schuhmacherei von Heinrich van Rossum in der ehemaligen Molkerei an der
Keekener Straße. In Einzelunterricht, aber auch in kleinen Gruppen
wurde, während Heini Schuhe reparierte und Bundeswehrstiefel
bearbeitete, musiziert. Wenn man zurückdenkt, muss man sagen: Der hat
Nerven wie Drahtseile gehabt, bei so vielen falschen Anfangstönen und so
vielen Kindern, die musizieren wollten! Hier wurde der Grundstock gelegt
für die gute Jugendarbeit, die heute noch ein wichtiger Bestandteil im
Musikzug ist.
Der
Musikzug wuchs und wuchs an Mitgliedern und war im öffentlichen Leben im
Klever Raum nicht mehr wegzudenken. Joh. Rogmann gelang es auch schwere
Militärmusik, aber auch viele konzertante Musikstücke dem Publikum zu
Gehör zu bringen. Nach ca. 7 Jahren schied Joh. Rogamnn aus persönlichen
Gründen aus und für die kurze Übergangszeit übernahm Leo Zampietro das
Dirigat.
1967
ging es dann unter Anton Geurtz weiter. Ein exzellenter Musiker, aber
das Gegenteil von Joh. Rogmann. Sehr streng, mit einem hochen
Durchsetzungsvermögen, führte er den Musikzug fünf Jahre. Mit Anton
Geurtz gab es auch einen neuen 1. Vorsitzenden – Ernst van Zoggel. Er
war kein aktiver Musiker, ein Mitglied des Schützenvereins, welches dem
Musikzug sehr nahe stand. Seine Mitstreiter im Vorstand waren als 2.
Vorsitzender Josef Lamers sen. und Martin Tillmanns als Organisator.
Viel Arbeit und Organisation hatten die drei zu bewältigen und es war
nicht immer einfach für die drei Neuen, die Truppe zusammen zu halten.
Des Öfteren wurde über die Stränge geschlagen, weil die vielen Bierchen
so gut schmeckten.
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Das
Jugendheim auf der Hohen Straße wurde wegen Platzmangel im Saal der
Gaststätte „Zur Post“, zum neuen Probelokal. Im Jahr 1972 wurde die
heutige Mehrzweckhalle an der Begegnungsstätte zum 20. Vereinsgeburtstag
zu einem Konzertsaal umfunktioniert. Zu diesem Geburtstag bekam der
Musikzug eine neue Uniform. Die Jacke und Mütze waren in einem lila
Farbton gefertigt, ein Farbmagnet für die damalige Zeit.
Diese
neue Uniform war mal wieder ein Gag, wie schon so viele vorher bei den
alljährlichen Wecken zur Kirmes, wofür Anton Geurtz diesmal kein
Verständnis hatte. Er verschwand und wurde nie mehr gesehen.
Aus
der Not heraus geboren konnte man Theo van Koeverden, einen jungen Mann
aus eigenen Reihen als Nachfolger von Anton Geurtz gewinnen. Th. v.
Koeverden hatte sich seine musikalischen Sporen längst verdient. Mit
einer soliden Einzelausbildung bei Joh. Rogmann brachte er genügend
Vorbildung mit, um den Musikzug erfolgreich weiter zu führen. Theo
brachte die Traditionsblasmusik, aber auch moderne Musik im Verein auf
einen Nenner. Er verstand es, vieles Neues positiv zu verändern und
schnitt rigoros negative Zöpfe ab.
Das kam nicht immer gut bei den Mitgliedern an, aber er behielt mit
seiner Art und Weise, den Verein zu führen, Recht. Willi Schwers und
Josef Lamers waren damals seine Mitstreiter im Vorstand.
Unter seiner musikalischen Regie gestaltete der Musikzug die ersten
Weihnachtsmessen in Rindern und in der Stiftskirche zu Kleve. Zum
Einblasen stellten Theos Eltern am 1. Weihnachtstag morgens um 5.45 Uhr
ihr Wohnzimmer zur Verfügung.
Der
Musikzug wurde von den Klever Schwanenfunkern für zwei Jahre zur
musikalischen Begleitung ihrer Prunksitzungen verpflichtet (1973 u. 74),
für alle Musiker eine ganz neue Herausforderung.
Ein
Turmblasen im Kirchturm der Rinderner Kirche fand ebenfalss im Jahr 1974
statt. Man strahlte den Kirchturm mit Lampen eines Bauprovisoriums an
und holte den Strom aus der Grundschule. Dabei wurden die
Stromsicherungen völlig überlastet und reagierten dem entsprechend. Man
überbrückte die fehlende Sicherheit einfach mit einem Streifen
Silberpapier und die Sicherungen hielten. Allerdings stand die damalige
Hausmeisterin, Frau Bleß, nahe an einem Herzinfarkt.
Zu
Pfingsten 1974 wurde das erste Zeltlager der Nachwuchsspieler in Arcen/NL
organisiert. Die Baufirma Mütter und die Spedition Sweeren stellten je
einen VW Transporter für den Transport zur Verfügung. Im tiefsten Walf
in Holland hatten alle Teilnehmer einen Riesen-Spaß. Morgens wurde sich
an der Pumpe gewaschen und als Toilette wurde ein Donnerbalken benutzt.
Seine ersten Kochkünste probierte damals Theo Kuipers (heute
Küchenmeister) zusammen mit Mary Schwers aus. Gekocht wurde auf einem
2-flammingen Campingkocher für 15 Teilnehmer und es schmeckte prima. Am
zweiten Abend wurde das Lager dann überraschend von einer Abordnung
älterer Mitglieder überfallen und es gab für alle eine Riesen-Gaudi.
Mit
neuer Uniform (grüne Clubjacke, ohne Kopfbedeckung) ging es dann im Jahr
1974 zum ersten Mal nach Krefeld Traar zu einem Schützenfest, auf dem
eine englische Militärkapelle, eine Profi-Kapelle und verschiedene
namhafte Blaskapellen aus dem Krefelder Raum aufspielten.
Musikalisch gab man sein Bestes uns waren alle riesig stolz in so einem
Umfeld mitmachen zu dürfen. Nach diesem Auftritt gab es wieder Anfragen
für große Schützenfeste in Düsseldorf und Umgebung, aber auch aus dem
Ruhrgebiet.
Im
Jahr 1977 feierte man in Rindern dann sein 25. Jubiläum mit einem großen
Festkonzert und einer „Rinderner Nacht“. Die Rinderner Nacht ist zu
vergleichen mit einer heutigen Open-Air-Veranstaltung. Die Rinderner
Bevölkerung feierte mit, alle aktiven Musiker packten kräftig mit an und
so wurde die Veranstaltung bei gutem Wetter zu einem großen Erfolg. Bei
allen Musikproben, Verpflichtungen und Auftritten kam die Geselligkeit
nie zu kurz. Es wurden Tagesausflüge, Radtouren, Kameradschaftsabende,
Nikolausfeiern organisiert, bei denen es immer viel Spaß und Freude gab.
Immer wieder gab es neue Ideen zu verwirklichen und einen Jux zu
organisieren.
1978
begann man im zweijährigen Jahresrhythmus ein großes Konzert zu
veranstalten. Somit haben die breite Bevölkerung, Freude und Fans der
Blasmusik bis heute die Möglichkeit, das immer wieder neue einstudierte
Repertoire des Musikzugs zu erleben. Es gab immer wieder neue Ideen und
junge Musiker vorzustellen.
1981
wurde der Musikzug zum Reeser Bürgerschützenverein erstmalig zum
Schützenfest nach Rees eingeladen. Drei Tage wird in Rees gefeiert
(Samstag bis Montag). Am ersten Abend gehört der „Große Zapfenstreich“
mit zum Programm. Für die Rinderner Musiker eine neue Herausforderung.
Doch mit ruhiger Dirigentenhand von Theo van Koeverden und dem Solisten
Harald Mölders wurde die Erstaufführung zu einem Riesen-Erflog. Die
Reeser verstehen zu feiern, und die Rinderner wussten mit ihrer Musik
und verschiedenen Einlagen zu unterhalten. Diese Tradition jährte sich
im letzten Jahr zum 20. Mal. Während dieser 20 Jahre wuchs eine echte
Freundschaft zu den Reeser Schützen und den Mitgliedern des Reeser
Tambourkorps. Wenn man sich am 3. Tag (Montag) verabschieden muss und
der Bus bereitsteht, dann laufen so manchmal Tränen bei den
Nachwuchsspielern. Viele Reeser Schützen sagen: „Ohne Euch können wir
kein Schützenfest mehr feiern!“.
Das
Königschießen im Jahr 1981 in Rindern war ein gesellschaftlicher
Höhepunkt im Vereinsleben des Musikzugs.
Aus
einer fixen Idee am Sonntagmorgen wurde am Mittag dann Ernst. Als es
hieß: „Königsreflektanten finden sich bitte im Schießstand ein“, trat
die gesamte Altersabteilung des Musikzugs zum Königsschießen an. Einige
Stunden wurden mit viel Spaß und Fröhlichkeit fair um die Königswürde
gekämpft.
Josef Lamers gelang es den Vogel von der Stange zu holen. Die Gaststätte
„Zur Post“ wurde danach zu einem Tollhaus, so wurde gefeiert.
Zur Kirmes stellte dann der gesamte Musikzug bei König Josef und Königin
Roswitha das Throngefolge und er Nachbarverein Rheinklänge Düffelward
übernahm die musikalische Begeleitung zum Festzug. Nach dem Krönungsball
wurde unser Königspaar am Mittwochmorgen gegen 6.00 Uhr nach Hause
begleitet.
1983 zu Pfingsten fuhr der Musikzug zum 1. Mal nach Meerbusch, einem der
größten Schützenfeste im Raume Düsseldorf. Man verstand mit Musik und
ordentlichem Auftritt zu begeistern. Auch diese Spielverpflichtung
dauert bis heute an man erinnert sich an viele schöne Stunden.
Im
Jahre 1984 kündigte Theo van Koeverden seinen Rücktritt an, nach elf
Jahren Dirigat. Jeder Aktive verstand, dass Theo nach so einer langen
Zeit mal ausruhen musste. Man nannte diese Zeit Auszeit.
Mit
Manfred Ysermann bekam man für zwei Jahre wieder einen ehemaligen
Militärmusiker und Kirchenmusiker zum Dirigenten. Er legte sehr viel
Wert bei der Musik auf sauberes Klingen und führte als erster Dirigent
ein Stimmgerät ein.
1987
wurde wieder ein junger Musiker, der ebenfalls aus den eigenen Reihen
kam, zum Dirigenten. Harald Mölders, ein junger Musiker, der ebenfalls
wie Theo van Koeverden ein solides musikalisches Rüstzeug mitbrachte. Er
verstand es, wie viele seiner Vorgänger den Musikzug wieder weiter zu
bringen. Mit Harald fuhr man Jahre 1989 in die englische Partnerstadt
Worcester. Wiederum eine neue Erfahrung für alle Mitreisenden . Es war
eine wunderschöne Reise mit Bus, Seefähre und Unterbringung bei
englischen Gasteltern. Die kurz zuvor neu angeschaffte Uniform kam in
England sehr gut an. Mit großen Bildern der dortigen Tageszeitung wurde
von den Gästen aus Deutschland berichtet.
Am 2. Abend gab es einen offiziellen Empfang mit dem damaligen
Bürgermeistern – (Karl Thelosen von Kleve) – der Partnerstädte und
ofiziellen Vertretern der geladenen Vereine, an dem auch Harald Mölders
und Willi Schwers mit ihren Frauen als Vertreter teilnahmen. Nachdem
alles Wichtige gesagt war und der Empfang dem Ende zuging, wurde man
gebeten mit zu kommen. Man verschwand hinter einer geheimen Tür und
feierte noch kräftig weiter. Haralds Hut war sehr gefragt und es wurden
viele Fotos mit dem interessanten Teil gemacht. Um alle Vorkommnisse zu
erwähnen, könnte man einen Kurzroman schreiben.
Nur eine kurze Anekdote: Andre Lamers und Sebastian van Koeverden saßen
nebeneinander im Reisebus und machten Unsinn, den Andres Mutter mehrere
Male schon versucht hatte zu unterbinden. Auf einmal wurde es zuviel,
stand von ihrem Platz auf, lief zu den Beiden und wollte ihrem Sohn eine
Ohrfeige geben. Der kannte die Reaktion seiner Mutter und bückte sich im
richtigen Moment, so dass Sebastian die Ohrfeige bekam. Roswitha
erschrak und geistesgegenwärtig meinte sie: „En gej het et ok verdient“.
Ebenfalls im Jahr 1989, bekam der Musikzug ein neues Mitglied aus Laucha
(Thüringen) mit Namen Uwe Schack.
Um für seine ehemaligen Kollegen einen Besuch nach Rindern zu
organisieren, fuhren Willi Schwers und Josef Lamers mit ihren Frauen
direkt nach der Grenzöffnung nach Laucha und besuchten die Mitglieder
des dortigen Blasorchesters. Nicht nur die ehemaligen DDR-Bürger bekamen
im Westen Begrüßungsgeld, nein, auch die Beiden vom Musikzug Rindern
bekamen 10-Ostmark als Begrüßungsgeld. Man verstand sich sofort, wie das
meistens unter Musikern so ist und organisierte mit viel Mühe und
Unterstützung von Freunden des Musikzugs Rindern für die Gäste aus
Thüringen im Jahr 1990 einen Besuch in Rindern. Auf dem Programm stand:
Samstag Konzert in Rindern, Bunter Abend auf Haus Riswick und ein
Forstgartenkonzert am Sonntag. Bekanntschaften wurden geknüpft, die zum
Teil bis heute bestehen. Es gab danach einen regen Musikeraustausch
zwischen Rindern und Laucha, so dass viele Kameraden aus Laucha in den
Jahren 1990 und 1991 einen Spielverpflichtungen vom Musikzug Rindern mit
ihrem Musizieren unterstützten. 1990 fuhren sogar einige mit zum 2.
Besuch der Partnerstadt Worcester in England.
1991
fuhr dann der Musikzug Rindern nach Laucha. Es wurde viel Musik gemacht
und gefeiert. Martin Tillmanns verstand es beim Kameradschaftsabend,
kürzester Zeit aus dem Musikzug einen Chor zu machen, der mit viel
Beifall und Lachsalven begleitet wurde.
1992
verpflichtete der Schützenverein Hünxe-Bruckhausen den Musikzug zum 1.
Mal für sein Schützenfest. Auch diese Spielverpflichtung besteht bis
heute und man pflegt die Musik und Geselligkeit ähnlich wie in Rees.
1993
übernahm Theo van Koeverden wieder das Dirigat beim Musikzug und es ging
unter seiner Regie wieder weiter aufwärts. Egal wo musiziert wurde, ob
auf einem kleinen Ständchen oder beim großen Konzert, Theo verstand es
immer das Publikum für die Musik zu begeistern.
Die Jugendarbeit wurde immer stärker und man hatte mit Werner Hendricks
einen jungen Mann gefunden, der sich intensiv um diese wichtige Arbeit
kümmerte. Somit besteht der Musikzug heute zu zwei Drittel aus jungen
Musikern. Um diese Arbeit finanziell zu unterstützen, beschloss man
1994, einen Förderkreis zu gründen.
Dieser Förderverein ermöglichte viele Anschaffungen an Instrumenten für
unseren Nachwuchs. So wurde es nach zweieinhalb Jahren möglich, einen
Saxofonsatz anzuschaffen, der mittlerweile fester Bestandteil des
Orchesters geworden ist.
Im
Jahre 1997 konnte man als Nachfolger von Theo, Jan Heijmink aus
Millingen/NL gewinnen. Durch seine sehr ernste Miene waren viele Musiker
zuerst sehr skeptisch. Aber nach kurzer Zeit stellte man fest: ein
exzellenter Musiker mit viel Humor und Gemeinschaftssinn. Er legt viel
Wert auf moderne und zeitgemäße Musik, wobei die Traditionsblasmusik
nicht vernachlässigt wird.
Jan Heijmink tritt bei öffentlichen Auftritten grundsätzlich in
geschlossenem schwarzen Anzug auf, wie das in Holland bei vielen der
ehemalige Ehrenmajor Batje Eyting: „Hei dann no owe Pastor metgebrocht?“
„Nein“, meinte man aus den Reihen der Rinderner, „es ist unser neuer
Dirigent“. „Wenn den nit ow Uniform ontrekt, dann scheckt em ma wär nor
Hüs“, so die Antwort von Batje. Aber nach einem längeren persönlichen
Gespräch zwischen den beiden hieß es dann von Batjes Seite: „Et es enen
beste Kerl, lot em mar hier“. So hatten die beiden grauhaarigen Männer
ganz schnell Freundschaft geschlossen.
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Im
Jahre 2000 wurde beim Schützenfest in Rees zur Parade beim
Königsvorbeimarsch eine alte Tradition wieder neu belebt: „Militärisches
Aus- und Einschwenken“. Die Vorbereitung war schrecklich! „Das schaffen
wir nie!“, hieß es.
Wir fuhren nach Rees; auf dem Sportplatz wurde mit dem Reeser
Spielmannszug geübt. Aber es wollte einfach nicht gelingen.
Zwischenzeitlich waren auch die Reeser in Rindern und haben es immer
wieder versucht. Bis auf einmal gelang es und beim 2. Auftritt in Rees
im Jahr 2001 war es dann geglückt.
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In den
letzten 50 Jahren haben die Mitglieder des Musikzuges das
gesellschaftliche Leben und die Vereinsarbeit unter allen Rinderner
Vereinen immer intensiv unterstützt.
Eine gesunde Zusammenarbeit besteht mit dem ebenfalls im Jahr 1952
gegründeten Spielmannszug Rindern. Das Zusammenspiel klappt fast blind,
wie man so schön sagt.
Viele gemeinsam mit dem Schützenverein organisierte Feste waren im Laufe
der Jahre große Erfloge (Maifest usw.). Zwei Namen sollen hier aber noch
genannt sein. Es sind der ehemalige Bürgermeister der Stadt Kleve, Karl
Thelosen, und sein Stadtdirektor, Manfred Palmen. Sie folgten jeder
Einladung nach Rindern und sie waren während ihrer Amtszeit schon bald
zu Fans des Musikzugs Rindern geworden, was man von ihren Vorgängen
nicht immer behaupten konnte.
Zurzeit breiten sich 42 aktive Musiker auf ihr Jubiläumskonzert im
September 2002 intensiv vor. Es soll ein musikalischer Querschnitt von
der Gründerzeit bis heute vorgestellt werden.
Es
wäre ein Buch mit vielen, vielen Seiten, wenn man auf alle Einzelheiten
eingehen wollte. Hier noch einige Stichworte, zu denen viele Aktive im
persönlichen Gespräch und Erzählungen mehr Auskunft geben können:
Dweilorchester, Kameradschaftsabende, Nikolausfeiern, Ausflüge,
Konzerteinlagen, Karnevalsauftritte, Vorbereitungen zu großen Festen
usw.
Der
Musikzug ist in der glücklichen Lage, noch zwei Aktive der ersten Stunde
der Gründung in seinen Reihen zu haben: Theo Bienemann an der Posaune
und Kurt Flintrop am Schlagzeug. Sie fühlen sich bei bester Gesundheit
immer noch wohl im Musikzug und sie tragen mit ihrer Meinung und ihrem
Tun immer noch positiv zum Vereinsleben bei.
Dass
unsere Gründer mit dem Schützenverein Rindern im Jahr 1952 ihre Idee
umsetzen, kann man heute nach 50 Jahren als gute Sache bezeichnen.
Etwas
gründen kann jeder, aber aktiv weiter leben noch lange nicht. Man darf
wohl sagen: Gäbe es den Musikzug nicht, so würde in Rindern etwas
fehlen!
(Auszug: 50 Jahre Musikzug Rindern / W. Schwers)
Die Dirigenten des Musikzugs von 1952 bis heute:
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1952
– 1953 |
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Hauptlehrer Wilhelm
Janssen und Karl Verfürth |
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1953
– 1955 |
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Heinrich Rütten |
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1955
– 1957 |
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Jakob Wandelt |
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1958 |
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Richard Bethke |
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1959 |
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Karl Ruzinski |
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1960
– 1967 |
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Johann Rogmann |
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1967 |
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Leo Zampietro |
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1967
– 1972 |
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Anton Geurtz |
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1972
– 1983 |
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Theo van Koeverden |
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1984
– 1986 |
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Manfred Ysermann |
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1987
– 1993 |
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Harald Mölders |
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1993
– 1997 |
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Theo van Koeverden |
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1997
– 2002 |
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Jan Heijmink |
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2003
– 2004 |
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Werner Hendricks |
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2004
– 2005 |
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Georg Eul |
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2005
– 2007 |
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Jan Heijmink |
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2008
– heute |
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Johannes Hooghoff |
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