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Geschichte

 

 



Die Vereinsgeschichte

Auf der Generalversammlung des Schützenvereins 1924 Rindern e.V., unter seinem Vorsitzenden Johann v.d. Velden, beschloss man im Jahre 1951, einen Musikzug zu gründen. Man einigte sich für die Anschaffung der ersten Instrumente eine Sammlung im Schützenverein durchzuführen. Durch großzügige Spenden von den ortsansässigen Bauern Willi Siebers und Alois Arntz kam die stolze Summe von DM 570,00 zusammen. Hierfür wurden die ersten Instrumente gekauft.

Mitglieder der ersten Stunde waren: Karl Verfürth, Heinrich van Rossum, Theo Bienemann, Alfred Ketelaer, Willi Awater, Alois Otten, Bernd Kuipers, Kurt Flintrop, Helmut Zanichelli und Franz Janssen. Für diese Aktiven wurden beim Musikhaus Hums in Goch die ersten Instrumente gekauft. Als Transportmittel diente damals ein Dreirad, Marke Tempo, Eigentümer Franz Janssen (genannt Eisvogel).

Eine weitere Haussammlung in Rindern erbrachte nochmals DM 500,00. Hiermit wurde die erste Tuba, ein gebrauchtes Instrument, finanziert. Sie hängt heute zur Dekoration im Proberaum der Begegnungsstätte.

Man begann mit der Probenarbeit unter der Leitung von Hauptlehrer Wilhelm Janssen in der kleinen Küche der Gaststätte „Zur Post“ (Th. van Gemmeren). Auf eigenartige Weise verschwanden dann schon mal Eier und andere Lebensmittel aus der Küche und es wurden viele Dortmunder Pils bei der Probe getrunken. Es gelang dem Hauptlehrer Janssen, trotz vieler widriger Umstände, bis zum Fronleichnamstag 1952 die Prozessionslieder und einem Marsch einzustudieren. Da Hauptlehrer Janssen auch noch musikalischer Leiter des Kirchenchores war, dirigierte Karl Verfürth den ersten offiziellen Auftritt des neu gegründeten Musikzugs.

Auf der Generalversammlung des Schützenvereins im Jahre 1952 verzichtete man auf eine Runde Freibier zu Gunsten des Musikzuges, was für viele Schützen damals ein großes Opfer war.

Die Probenarbeit wurde intensiver und es gesellten sich noch einige Neuanfänger hinzu wie Alfred Timmermann, Vincenz Kluitmann, Willi Hebben um nur einige Namen zu nennen. Somit wurde die Küche, wo so mancher Streich gespielt werden konnte für den auf 16 Musiker gewachsenen Musikzug zu klein und man wechselte die Räumlichkeit. Der Saal der Gaststätte wurde Proberaum und die jungen Musiker bekamen einen neuen Dirigenten namens Heinrich Rütte aus Kranenburg.

Unter der neuen Leitung gestaltete und begleitete der Musikzug die Schützenfeste verschiedener Klever Vereine (Tellschützen, Klever e.V. usw.). Eine lange Tradition begann im Jahr 1953, beim ersten Auftritt anlässlich der Kellener Kirmes. Somit jährt sich die Tradition in diesem Jahr zum 49. Mal.

Das musikalische Repertoire wurde immer breiter und besser. Martinszüge in Kleve, Warbeyen, Materborn, Prozessionen nach Kevelaer, Goldhochzeiten usw. waren im Laufe der Jahre musikalische Auftritte. Die Kleidung (Uniform) bestand aus schwarzer Hose, weißem Hemd, schwarzer Fliege und einer dunklen Schiffermütze mit grün-weißer Kordel.

Unter neuer Leitung im Jahr 1955 ging es mit Jakob Wandelt (Kirchenchorleiter, Organist und Küster in Rindern) weiter. Zum ersten Mal im Jahr 1956 nahm der Musikzug am Rosenmontagszug in Kleve teil. Die Musik dabei war nicht so wichtig. Um Allem vorzugreifen hatte man den Anhänger, auf dem man spielte mit einem Schild geschmückt mit der Aufschrift: „Wej komme üt Rindere en sin en bettje apport, wej spöle ni moj, mar hort“. Spaß und Geselligkeit standen dabei an erster Stelle. Dabei passierte allerdings noch ein Missgeschick. Ein Musikkollege ließ sein Instrument vom Wagen fallen und es wurde vom Anhängerrad überrollt. Es war nur noch ein Stück platt gewalztes Messing.

Richard Bethke wurde 1958 Dirigent, der gleichzeitig die Klever Feuerwehrkapelle dirigierte und 1959 kam für ein Jahr wieder ein anderer Dirigent mit Namen Karl Ruzinski.

Johann Rogmann, ein ehemaliger Militärmusiker, übernahm die Stabführung im Jahr 1960. Mit diesem Dirigenten veränderte sich Vieles. Eine wesentliche intensivere Nachwuchsausbildung begann, eine neue Uniform wurde angeschafft. Joh. Rogmann war für viele im Verein wie ein gutmütiger Vater, aber leider hatte er gegenüber den Musikern einen Fehler. Er konnte nie böse sein und konnte nicht nein sagen.

Bis zu dieser zeit waren die Mitgründer Heinrich v. Rossum und Theo Bienemann im Wechsel Vorsitzende gewesen.

Für die jungen Nachwuchsmusiker war die erste Anlaufadresse die Schuhmacherei von Heinrich van Rossum in der ehemaligen Molkerei an der Keekener Straße. In Einzelunterricht, aber auch in kleinen Gruppen wurde, während Heini Schuhe reparierte und Bundeswehrstiefel bearbeitete, musiziert. Wenn man zurückdenkt, muss man sagen: Der hat Nerven wie Drahtseile gehabt, bei so vielen falschen Anfangstönen und so vielen Kindern, die musizieren wollten! Hier wurde der Grundstock gelegt für die gute Jugendarbeit, die heute noch ein wichtiger Bestandteil im Musikzug ist.

Der Musikzug wuchs und wuchs an Mitgliedern und war im öffentlichen Leben im Klever Raum nicht mehr wegzudenken. Joh. Rogmann gelang es auch schwere Militärmusik, aber auch viele konzertante Musikstücke dem Publikum zu Gehör zu bringen. Nach ca. 7 Jahren schied Joh. Rogamnn aus persönlichen Gründen aus und für die kurze Übergangszeit übernahm Leo Zampietro das Dirigat.

1967 ging es dann unter Anton Geurtz weiter. Ein exzellenter Musiker, aber das Gegenteil von Joh. Rogmann. Sehr streng, mit einem hochen Durchsetzungsvermögen, führte er den Musikzug fünf Jahre. Mit Anton Geurtz gab es auch einen neuen 1. Vorsitzenden – Ernst van Zoggel. Er war kein aktiver Musiker, ein Mitglied des Schützenvereins, welches dem Musikzug sehr nahe stand. Seine Mitstreiter im Vorstand waren als 2. Vorsitzender Josef Lamers sen. und Martin Tillmanns als Organisator. Viel Arbeit und Organisation hatten die drei zu bewältigen und es war nicht immer einfach für die drei Neuen, die Truppe zusammen zu halten. Des Öfteren wurde über die Stränge geschlagen, weil die vielen Bierchen so gut schmeckten.

Das Jugendheim auf der Hohen Straße wurde wegen Platzmangel im Saal der Gaststätte „Zur Post“, zum neuen Probelokal. Im Jahr 1972 wurde die heutige Mehrzweckhalle an der Begegnungsstätte zum 20. Vereinsgeburtstag zu einem Konzertsaal umfunktioniert. Zu diesem Geburtstag bekam der Musikzug eine neue Uniform. Die Jacke und Mütze waren in einem lila Farbton gefertigt, ein Farbmagnet für die damalige Zeit. 

Diese neue Uniform war mal wieder ein Gag, wie schon so viele vorher bei den alljährlichen Wecken zur Kirmes, wofür Anton Geurtz diesmal kein Verständnis hatte. Er verschwand und wurde nie mehr gesehen.

Aus der Not heraus geboren konnte man Theo van Koeverden, einen jungen Mann aus eigenen Reihen als Nachfolger von Anton Geurtz gewinnen. Th. v. Koeverden hatte sich seine musikalischen Sporen längst verdient. Mit einer soliden Einzelausbildung bei Joh. Rogmann brachte er genügend Vorbildung mit, um den Musikzug erfolgreich weiter zu führen. Theo brachte die Traditionsblasmusik, aber auch moderne Musik im Verein auf einen Nenner. Er verstand es, vieles Neues positiv zu verändern und schnitt rigoros negative Zöpfe ab.
Das kam nicht immer gut bei den Mitgliedern an, aber er behielt mit seiner Art und Weise, den Verein zu führen, Recht. Willi Schwers und Josef Lamers waren damals seine Mitstreiter im Vorstand.
Unter seiner musikalischen Regie gestaltete der Musikzug die ersten Weihnachtsmessen in Rindern und in der Stiftskirche zu Kleve. Zum Einblasen stellten Theos Eltern am 1. Weihnachtstag morgens um 5.45 Uhr ihr Wohnzimmer zur Verfügung.

Der Musikzug wurde von den Klever Schwanenfunkern für zwei Jahre zur musikalischen Begleitung ihrer Prunksitzungen verpflichtet (1973 u. 74), für alle Musiker eine ganz neue Herausforderung.

Ein Turmblasen im Kirchturm der Rinderner Kirche fand ebenfalss im Jahr 1974 statt. Man strahlte den Kirchturm mit Lampen eines Bauprovisoriums an und holte den Strom aus der Grundschule. Dabei wurden die Stromsicherungen völlig überlastet und reagierten dem entsprechend. Man überbrückte die fehlende Sicherheit einfach mit einem Streifen Silberpapier und die Sicherungen hielten. Allerdings stand die damalige Hausmeisterin, Frau Bleß, nahe an einem Herzinfarkt.

Zu Pfingsten 1974 wurde das erste Zeltlager der Nachwuchsspieler in Arcen/NL organisiert. Die Baufirma Mütter und die Spedition Sweeren stellten je einen VW Transporter für den Transport zur Verfügung. Im tiefsten Walf in Holland hatten alle Teilnehmer einen Riesen-Spaß. Morgens wurde sich an der Pumpe gewaschen und als Toilette wurde ein Donnerbalken benutzt.
Seine ersten Kochkünste probierte damals Theo Kuipers (heute Küchenmeister) zusammen mit Mary Schwers aus. Gekocht wurde auf einem 2-flammingen Campingkocher für 15 Teilnehmer und es schmeckte prima. Am zweiten Abend wurde das Lager dann überraschend von einer Abordnung älterer Mitglieder überfallen und es gab für alle eine Riesen-Gaudi.

Mit neuer Uniform (grüne Clubjacke, ohne Kopfbedeckung) ging es dann im Jahr 1974 zum ersten Mal nach Krefeld Traar zu einem Schützenfest, auf dem eine englische Militärkapelle, eine Profi-Kapelle und verschiedene namhafte Blaskapellen aus dem Krefelder Raum aufspielten.

Musikalisch gab man sein Bestes uns waren alle riesig stolz in so einem Umfeld mitmachen zu dürfen. Nach diesem Auftritt gab es wieder Anfragen für große Schützenfeste in Düsseldorf und Umgebung, aber auch aus dem Ruhrgebiet.

Im Jahr 1977 feierte man in Rindern dann sein 25. Jubiläum mit einem großen Festkonzert und einer „Rinderner Nacht“. Die Rinderner Nacht ist zu vergleichen mit einer heutigen Open-Air-Veranstaltung. Die Rinderner Bevölkerung feierte mit, alle aktiven Musiker packten kräftig mit an und so wurde die Veranstaltung bei gutem Wetter zu einem großen Erfolg. Bei allen Musikproben, Verpflichtungen und Auftritten kam die Geselligkeit nie zu kurz. Es wurden Tagesausflüge, Radtouren, Kameradschaftsabende, Nikolausfeiern organisiert, bei denen es immer viel Spaß und Freude gab. Immer wieder gab es neue Ideen zu verwirklichen und einen Jux zu organisieren.

1978 begann man im zweijährigen Jahresrhythmus ein großes Konzert zu veranstalten. Somit haben die breite Bevölkerung, Freude und Fans der Blasmusik bis heute die Möglichkeit, das immer wieder neue einstudierte Repertoire des Musikzugs zu erleben. Es gab immer wieder neue Ideen und junge Musiker vorzustellen.

1981 wurde der Musikzug zum Reeser Bürgerschützenverein erstmalig zum Schützenfest nach Rees eingeladen. Drei Tage wird in Rees gefeiert (Samstag bis Montag). Am ersten Abend gehört der „Große Zapfenstreich“ mit zum Programm. Für die Rinderner Musiker eine neue Herausforderung. Doch mit ruhiger Dirigentenhand von Theo van Koeverden und dem Solisten Harald Mölders wurde die Erstaufführung zu einem Riesen-Erflog. Die Reeser verstehen zu feiern, und die Rinderner wussten mit ihrer Musik und verschiedenen Einlagen zu unterhalten. Diese Tradition jährte sich im letzten Jahr zum 20. Mal. Während dieser 20 Jahre wuchs eine echte Freundschaft zu den Reeser Schützen und den Mitgliedern des Reeser Tambourkorps. Wenn man sich am 3. Tag (Montag) verabschieden muss und der Bus bereitsteht, dann laufen so manchmal Tränen bei den Nachwuchsspielern. Viele Reeser Schützen sagen: „Ohne Euch können wir kein Schützenfest mehr feiern!“.

Das Königschießen im Jahr 1981 in Rindern war ein gesellschaftlicher Höhepunkt im Vereinsleben des Musikzugs.

Aus einer fixen Idee am Sonntagmorgen wurde am Mittag dann Ernst. Als es hieß: „Königsreflektanten finden sich bitte im Schießstand ein“, trat die gesamte Altersabteilung des Musikzugs zum Königsschießen an. Einige Stunden wurden mit viel Spaß und Fröhlichkeit fair um die Königswürde gekämpft.
Josef Lamers gelang es den Vogel von der Stange zu holen. Die Gaststätte „Zur Post“ wurde danach zu einem Tollhaus, so wurde gefeiert.
Zur Kirmes stellte dann der gesamte Musikzug bei König Josef und Königin Roswitha das Throngefolge und er Nachbarverein Rheinklänge Düffelward übernahm die musikalische Begeleitung zum Festzug. Nach dem Krönungsball wurde unser Königspaar am Mittwochmorgen gegen 6.00 Uhr nach Hause begleitet.

1983 zu Pfingsten fuhr der Musikzug zum 1. Mal nach Meerbusch, einem der größten Schützenfeste im Raume Düsseldorf. Man verstand mit Musik und ordentlichem Auftritt zu begeistern. Auch diese Spielverpflichtung dauert bis heute an man erinnert sich an viele schöne Stunden.

Im Jahre 1984 kündigte Theo van Koeverden seinen Rücktritt an, nach elf Jahren Dirigat. Jeder Aktive verstand, dass Theo nach so einer langen Zeit mal ausruhen musste. Man nannte diese Zeit Auszeit.

Mit Manfred Ysermann bekam man für zwei Jahre wieder einen ehemaligen Militärmusiker und Kirchenmusiker zum Dirigenten. Er legte sehr viel Wert bei der Musik auf sauberes Klingen und führte als erster Dirigent ein Stimmgerät ein.

1987 wurde wieder ein junger Musiker, der ebenfalls aus den eigenen Reihen kam, zum Dirigenten. Harald Mölders, ein junger Musiker, der ebenfalls wie Theo van Koeverden ein solides musikalisches Rüstzeug mitbrachte. Er verstand es, wie viele seiner Vorgänger den Musikzug wieder weiter zu bringen. Mit Harald fuhr man Jahre 1989 in die englische Partnerstadt Worcester. Wiederum eine neue Erfahrung für alle Mitreisenden . Es war eine wunderschöne Reise mit Bus, Seefähre und Unterbringung bei englischen Gasteltern. Die kurz zuvor neu angeschaffte Uniform kam in England sehr gut an. Mit großen Bildern der dortigen Tageszeitung wurde von den Gästen aus Deutschland berichtet.
Am 2. Abend gab es einen offiziellen Empfang mit dem damaligen Bürgermeistern – (Karl Thelosen von Kleve) – der Partnerstädte und ofiziellen Vertretern der geladenen Vereine, an dem auch Harald Mölders und Willi Schwers mit ihren Frauen als Vertreter teilnahmen. Nachdem alles Wichtige gesagt war und der Empfang dem Ende zuging, wurde man gebeten mit zu kommen. Man verschwand hinter einer geheimen Tür und feierte noch kräftig weiter. Haralds Hut war sehr gefragt und es wurden viele Fotos mit dem interessanten Teil gemacht. Um alle Vorkommnisse zu erwähnen, könnte man einen Kurzroman schreiben.
Nur eine kurze Anekdote: Andre Lamers und Sebastian van Koeverden saßen nebeneinander im Reisebus und machten Unsinn, den Andres Mutter mehrere Male schon versucht hatte zu unterbinden. Auf einmal wurde es zuviel, stand von ihrem Platz auf, lief zu den Beiden und wollte ihrem Sohn eine Ohrfeige geben. Der kannte die Reaktion seiner Mutter und bückte sich im richtigen Moment, so dass Sebastian die Ohrfeige bekam. Roswitha erschrak und geistesgegenwärtig meinte sie: „En gej het et ok verdient“.

Ebenfalls im Jahr 1989, bekam der Musikzug ein neues Mitglied aus Laucha (Thüringen) mit Namen Uwe Schack.
Um für seine ehemaligen Kollegen einen Besuch nach Rindern zu organisieren, fuhren Willi Schwers und Josef Lamers mit ihren Frauen direkt nach der Grenzöffnung nach Laucha und besuchten die Mitglieder des dortigen Blasorchesters. Nicht nur die ehemaligen DDR-Bürger bekamen im Westen Begrüßungsgeld, nein, auch die Beiden vom Musikzug Rindern bekamen 10-Ostmark als Begrüßungsgeld. Man verstand sich sofort, wie das meistens unter Musikern so ist und organisierte mit viel Mühe und Unterstützung von Freunden des Musikzugs Rindern für die Gäste aus Thüringen im Jahr 1990 einen Besuch in Rindern. Auf dem Programm stand: Samstag Konzert in Rindern, Bunter Abend auf Haus Riswick und ein Forstgartenkonzert am Sonntag. Bekanntschaften wurden geknüpft, die zum Teil bis heute bestehen. Es gab danach einen regen Musikeraustausch zwischen Rindern und Laucha, so dass viele Kameraden aus Laucha in den Jahren 1990 und 1991 einen Spielverpflichtungen vom Musikzug Rindern mit ihrem Musizieren unterstützten. 1990 fuhren sogar einige mit zum 2. Besuch der Partnerstadt Worcester in England.

1991 fuhr dann der Musikzug Rindern nach Laucha. Es wurde viel Musik gemacht und gefeiert. Martin Tillmanns verstand es beim Kameradschaftsabend, kürzester Zeit aus dem Musikzug einen Chor zu machen, der mit viel Beifall und Lachsalven begleitet wurde.

1992 verpflichtete der Schützenverein Hünxe-Bruckhausen den Musikzug zum 1. Mal für sein Schützenfest. Auch diese Spielverpflichtung besteht bis heute und man pflegt die Musik und Geselligkeit ähnlich wie in Rees.

1993 übernahm Theo van Koeverden wieder das Dirigat beim Musikzug und es ging unter seiner Regie wieder weiter aufwärts. Egal wo musiziert wurde, ob auf einem kleinen Ständchen oder beim großen Konzert, Theo verstand es immer das Publikum für die Musik zu begeistern.
Die Jugendarbeit wurde immer stärker und man hatte mit Werner Hendricks einen jungen Mann gefunden, der sich intensiv um diese wichtige Arbeit kümmerte. Somit besteht der Musikzug heute zu zwei Drittel aus jungen Musikern. Um diese Arbeit finanziell zu unterstützen, beschloss man 1994,  einen Förderkreis zu gründen.
Dieser Förderverein ermöglichte viele Anschaffungen an Instrumenten für unseren Nachwuchs. So wurde es nach zweieinhalb Jahren möglich, einen Saxofonsatz anzuschaffen, der mittlerweile fester Bestandteil des Orchesters geworden ist.

Im Jahre 1997 konnte man als Nachfolger von Theo, Jan Heijmink aus Millingen/NL gewinnen. Durch seine sehr ernste Miene waren viele Musiker zuerst sehr skeptisch. Aber nach kurzer Zeit stellte man fest: ein exzellenter Musiker mit viel Humor und Gemeinschaftssinn. Er legt viel Wert auf moderne und zeitgemäße Musik, wobei die Traditionsblasmusik nicht vernachlässigt wird.
Jan Heijmink tritt bei öffentlichen Auftritten grundsätzlich in geschlossenem schwarzen Anzug auf, wie das in Holland bei vielen der ehemalige Ehrenmajor Batje Eyting: „Hei dann no owe Pastor metgebrocht?“ „Nein“, meinte man aus den Reihen der Rinderner, „es ist unser neuer Dirigent“. „Wenn den nit ow Uniform ontrekt, dann scheckt em ma wär nor Hüs“, so die Antwort von Batje. Aber nach einem längeren persönlichen Gespräch zwischen den beiden hieß es dann von Batjes Seite: „Et es enen beste Kerl, lot em mar hier“. So hatten die beiden grauhaarigen Männer ganz schnell Freundschaft geschlossen.

Im Jahre 2000 wurde beim Schützenfest in Rees zur Parade beim Königsvorbeimarsch eine alte Tradition wieder neu belebt: „Militärisches Aus- und Einschwenken“. Die Vorbereitung war schrecklich! „Das schaffen wir nie!“, hieß es.
Wir fuhren nach Rees; auf dem Sportplatz wurde mit dem Reeser Spielmannszug geübt. Aber es wollte einfach nicht gelingen. Zwischenzeitlich waren auch die Reeser in Rindern und haben es immer wieder versucht. Bis auf einmal gelang es und beim 2. Auftritt in Rees im Jahr 2001 war es dann geglückt.

In den letzten 50 Jahren haben die Mitglieder des Musikzuges das gesellschaftliche Leben und die Vereinsarbeit unter allen Rinderner Vereinen immer intensiv unterstützt.
Eine gesunde Zusammenarbeit besteht mit dem ebenfalls im Jahr 1952 gegründeten Spielmannszug Rindern. Das Zusammenspiel klappt fast blind, wie man so schön sagt.
Viele gemeinsam mit dem Schützenverein organisierte Feste waren im Laufe der Jahre große Erfloge (Maifest usw.). Zwei Namen sollen hier aber noch genannt sein. Es sind der ehemalige Bürgermeister der Stadt Kleve, Karl Thelosen, und sein Stadtdirektor, Manfred Palmen. Sie folgten jeder Einladung nach Rindern und sie waren während ihrer Amtszeit schon bald zu Fans des Musikzugs Rindern geworden, was man von ihren Vorgängen nicht immer behaupten konnte.

Zurzeit breiten sich 42 aktive Musiker auf ihr Jubiläumskonzert im September 2002 intensiv vor. Es soll ein musikalischer Querschnitt von der Gründerzeit bis heute vorgestellt werden.

Es wäre ein Buch mit vielen, vielen Seiten, wenn man auf alle Einzelheiten eingehen wollte. Hier noch einige Stichworte, zu denen viele Aktive im persönlichen Gespräch und Erzählungen mehr Auskunft geben können: Dweilorchester, Kameradschaftsabende, Nikolausfeiern, Ausflüge, Konzerteinlagen, Karnevalsauftritte, Vorbereitungen zu großen Festen usw.

Der Musikzug ist in der glücklichen Lage, noch zwei Aktive der ersten Stunde der Gründung in seinen Reihen zu haben: Theo Bienemann an der Posaune und Kurt Flintrop am Schlagzeug. Sie fühlen sich bei bester Gesundheit immer noch wohl im Musikzug und sie tragen mit ihrer Meinung und ihrem Tun immer noch positiv zum Vereinsleben bei.

Dass unsere Gründer mit dem Schützenverein Rindern im Jahr 1952 ihre Idee umsetzen, kann man heute nach 50 Jahren als gute Sache bezeichnen.

Etwas gründen kann jeder, aber aktiv weiter leben noch lange nicht. Man darf wohl sagen: Gäbe es den Musikzug nicht, so würde in Rindern etwas fehlen!

(Auszug: 50 Jahre Musikzug Rindern / W. Schwers)



Die Dirigenten des Musikzugs von 1952 bis heute:

 

1952 – 1953   Hauptlehrer Wilhelm Janssen und Karl Verfürth
1953 – 1955   Heinrich Rütten
1955 – 1957   Jakob Wandelt
1958   Richard Bethke
1959   Karl Ruzinski
1960 – 1967   Johann Rogmann
1967   Leo Zampietro
1967 – 1972   Anton Geurtz
1972 – 1983   Theo van Koeverden
1984 – 1986   Manfred Ysermann
1987 – 1993   Harald Mölders
1993 – 1997   Theo van Koeverden
1997 – 2002   Jan Heijmink
2003 – 2004   Werner Hendricks
2004 – 2005   Georg Eul
2005 – 2007   Jan Heijmink
2008 – heute   Johannes Hooghoff



 



 

 
     

 

 

 


 

 

 



 

 

 © Musikzug Rindern 1952